Heilung geschieht an der Front, nicht auf dem Meditationskissen..

Ich sehe wie viele von uns, von Seminar zu Seminar hüpfen, von Heilenenergie zu Heilnenergie-Kursen und wie wir am Ende an unserem Miteinander, bzw. an unserem puren Menschsein scheitern. 

Ich sehe wie wir in Feldern der Schwesternschaft aufgehen, uns stärken und halten und wenn wir wieder in unserem Alltag sind, wie all das scheinbar verpufft und wir innerhalb von Stunden, manchmal Minuten, wieder in unserem alten Sog drin sind und vergessen ist all die Einheit und die Heilung die wir erfahren haben. 

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Ja, ich glaube, dass es sein kann, dass in unseren Energiefeldern (Chakren) Blockaden drin sein können oder dass sie nicht richtig aktiviert sind. Ja, ich glaube auch daran, dass meine Ahnen da sind und es auch hier alte Verstrickungen geben kann, die es aufzulösen gilt. 

Doch selbst, wenn ich alles so aufgelöst habe, dass ich nur noch ein Windstoß bin, so bin ich am Ende immer noch ein Mensch.

Und ein Mensch hat gute und schlechte Tage, ein Mensch hat Konflikte, ein Mensch hat Wut, Ängste und Zweifel. Und jetzt? Wie gehe ich dann damit um? Meine ich wirklich, dass sich mein Menschsein, mit genügend Aufstellungen einfach auflöst und für immer weg ist?  

Ich verstehe, dass die Sehnsucht groß ist. Wenn ich in einer tiefen Meditation versinke und in dem Nichts abtauche, dann wünschte ich manchmal, ich könnte für immer dort bleiben. Das was wir in diesen Feldern erfahren und was uns soo gut tut, ist das Gefühl gesehen und gehalten zu werden. Es ist die Sehnsucht nach unserem Zuhause, nach dem Ort, wo wir herkommen und wo es kein richtig und falsch gibt. Dort wo wir einfach sein können. Ohne Kampf. 

Und doch verstehe ich auch, dass dieser Wunsch in mir, STÄNDIG darin abzutauchen, eine Verdrängung meines irdischen Lebens darstellt. Eine Ablenkung. Es ist, als wenn ich mich voll zu dröhne, um vor all dem Shit hier auf Erden weg zu rennen. Ich beame mich weg. Wortwortlich. 

Und wundere mich, dass ich in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen, immer wieder scheitere. Dabei sind genau DIESE zwischenmenschlichen Beziehungen, die Felder wo wirklich Heilung geschehen KANN. WENN wir miteinander lernen, wie dieses Menschsein funktioniert. Wie streiten wir? Wie kann ich mit dir wütend sein? Wie kann ich mit dir eifersüchtig sein? Wie kann ich trauern? 

Wenn wir IM Miteinander, neue Erfahrungen in unserem Gehirn abspeichern, werden so alte Glaubensmuster überschrieben und eine neue Wirklichkeit IN UNS wird aufgebaut. 

Das größte Feld das Heilung in uns braucht, ist unser Geist! „Eine Biene hätte auch Depressionen, wenn sie sich für eine Wespe halten würde!“ DAS ist unser Problem. Dass wir glauben, wir sind dieses Staubkörnchen. Dass wir keine fucking Ahnung haben, wie unendlich wir eigentlich sind. Keine Aufstellung der Welt, kann diesen Virus in unserem Geist heilen. Um unseren Geistesvirus zu heilen, brauchen wir diese neuen ERFAHRUNGEN in unserem irdischen Dasein.  

Es geht darum, in all dem, mir mein Menschsein zu verzeihen, zu lernen wie das Leben mit mir spricht, zu akzeptieren, dass auch alle negativen Anteile zu meinem Menschsein dazu gehören, zu lernen zu streiten, meine Meinung zu sagen, wütend zu sein, aufzustehen, aufzubegehren. 

Das ist für mich der Weg unserer neuen Zeit. 
Kein Lack mehr drüber streichen, wenn Rost drunter ist. 

Wir lernen zusammen, diesen Shit hier voll anzunehmen, UNS anzunehmen und mit aufrechter Haltung zu sagen: 

DAS bin ich gerade und das ist okay. 

Ich bin okay. 
Ich bin genug.