Wir sind für das Wohlergehen unserer Kinder verantwortlich

Seit dieser Woche wird in der Schule unseres Großen getestet. Freiwillig. Natürlich.

Wo anders durchgeführte Tests werden nicht akzeptiert. Wer nicht in der Schule einen Test “freiwillig” machen lässt, wird von der Klasse abgesondert. Es gibt in der Schule eine Einweisung, warum die Tests wichtig sind und wie gefährlich sie als Kinder sind, wenn sie es in sich tragen und es gar nicht wissen.

Unser Großer hat Angst. Angst andere anzustecken. Die Kinder in seiner Klasse haben Angst. Angst zu sagen, dass sie die Tests nicht wollen. Angst, dass sie es haben könnten und vor versammelter Mannschaft abgesondert werden, um darauf zu warten von den Eltern abgeholt zu werden. Ich bin diese Woche durch tausend Höllen gegangen.

Was ist eigentlich los mit uns Erwachsenen? Haben wir jegliches Rückrat, Anstand, Charakter und Ehre vor einem Jahr vor der Tür gelassen, oder waren wir schon immer so?

Lassen wir mal kurz unsere unterschiedliche Haltung zu Corona beiseite. Checkt eigentlich hier irgendjemand, was für einen Schaden DAS bei den Kindern anrichtet? Diese Angst, die sich wie ein Vampir in die Seele unserer Kinder bohrt. Diese Schuldgefühle, die das Herz von Innen auffressen. Das ist hochansteckend und weitaus gefährlicher, als ein Virus jemals sein kann.

Ich könnte kotzen, dass wir als Erwachsene nichts besseres zu tun wissen, als unsere Ängste auf Kinder zu projizieren. Ich finde das schwach. Echt schwach. Dass wir nicht den Arsch in der Hose haben, ALLES daran zu setzen, dass sie diese Ängste eben nicht empfinden müssen.

Selbst wenn es so ist, wäre, dass Kinder DIE superspreader dieses Viruses sind, ist es unsere verdammte Pflicht, als Erwachsene ALLES daran zu setzen, dass wir ihnen UNSERE Angst nicht zeigen. Es ist unsere Aufgabe alles daran zu setzen, dass sie gut hier durch kommen. Ich empfehle dazu den Film “Das Leben ist schön” – ein jüdischer Vater sitzt mit seinem Sohn im KZ und verkauft es ihm als Spiel, in dem es geht Punkte zu sammeln. Selbst in dem Moment als er zur Hinrichtung abgeführt wird, mimt er für seinen Sohn den Einzug ins Finale des Spiels. So verhält sich ein König. Das was wir hier machen ist einfach so erbärmlich!

Pfui.

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Wir versuchen zu Hause über diese Ängste sprechen. Ich erkläre ihnen, dass es auf unserer Welt schon sehr viele Virus-Krankheiten gab und die Menschen haben es überlebt. Dass nur 3 von 100 Menschen bei Corona einen tödlichen Verlauf haben. Wir sprechen über Schuld. Niemand hat für irgendetwas Schuld. Alles besteht aus Ursache und Wirkung.

Ein Virus kann nicht ansteckend sein, wenn der andere keinen Wirt in sich trägt. Wer ist nun Schuld? Der der das Virus in sich trägt oder der den Wirt dafür zur Verfügung stellt?

Zum Glück leben Kinder vollkommen im Jetzt und haben einen unglaublichen Mechanismus in sich, um mit solchen Situationen umzugehen. Ich stelle mir jeden Tag die Frage, ob es uns gelingt, gelingen wird, sie hier gut durch zu lotsen, wo wir doch selbst nicht immer wissen, was richtig und falsch ist?

Ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich ganz sicher, wir haben die verdammte Verantwortung, uns als erwachsene Königinnen und Könige zu verhalten. Kinder sind der Herschlag des Morgen. Das Erbe des Universums an uns. Sie sind die Feude und Lebendigkeit unseres Lebens.

Sie brauchen unseren Schutz, Fürsorge und unsere bedingungslose Liebe.

Verhalten wir uns dementsprechend.

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